Rauchverbot: mehr Nutzen als Kosten?
Der Nutzen eines Rauchverbotes soll die Kosten übertreffen. Das stellen Esther Mot und Marlon Spreen vom staatlichen Wirtschaftsinstitut CPB in ihrer neu erschienenen Analyse fest. Das komme vor allem daher, weil bei der Gesundheit ein deutlicher Gewinn erzielt wird. Die Kosten des Rauchverbotes hängen genauso wie die Nutzen zu einem wichtigen Teil mit den gewonnenen Lebensjahren zusammen, die auch höhere Rentenkosten und höhere Pflegeausgaben in den zusätzlichen Lebensjahren verursachen.
Rauchverbot soll den Arbeitsplatz sicherer machen
Um Arbeitnehmer gegen die schädlichen Effekte von Passivrauchen zu schützen, müssen in den Niederlanden ab dem 01. Januar 2004 die Arbeitsplätze rauchfrei sein. Das Kabinett Balkenende hat beschlossen, dass die Ausnahme, die im Hotel- und Gaststättengewerbe noch gilt, zum 01. Juli 2008 aufzuheben. In der Studie des CPB wurde diese Maßnahme aus einem wirtschaftlichen Blickwinkel beurteilt und die längerfristigen Kosten und Nutzen für die Gesellschaft dargelegt.
Nutzen eines Rauchverbotes: vor allem Gesundheit
Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättenbereich würden durch ein Rauchverbot länger leben, weil sie nicht mehr passiv mitrauchen müssten. Für rauchende Männer bedeutet dies durchschnittlich 0,5 Jahre und für Nichtraucher 0,2 Jahre längere Lebenszeit. Für die Frauen liegt der Wert etwas niedriger. Ein viel größerer Gewinn an Gesundheit wird erreicht, wenn die Mitarbeiter ganz mit dem Rauchen aufhören würden, so die Forscherinnen. Ein nicht-rauchender Mann lebt beinahe 8 Jahre länger als ein Raucher und eine nicht-rauchende Frau etwa 6 Jahre länger als eine Raucherin.
Wird auch in den niederländischen Kneipen ab Juli die letzte Zigarette ausgedrückt? (Foto: István Benedek)
Kosten des Rauchverbotes
Zu den Kosten des Rauchverbotes gehört zuerst, dass es für die rauchenden Mitarbeiter ein Verlust an Lebensqualität wäre, wenn sie nicht mehr während der Arbeit rauchen dürften. Die berechneten Kosten seien aber gering. Höher einzuschätzen sind die sinkenden Einnahmen durch Trinkgelder und die Kosten, die durch mehr Lebensjahre entstünden wie etwa Rente und Pflegekosten. Möglicherweise werde der Umsatz in den Kneipen durch das Rauchverbot abnehmen. Weil die Konsumenten ihr Geld dann irgendwo anders ausgeben, bringe dies für die Gesellschaft als Ganzes nur kurzfristig Kosten mit sich, so Mot und Spreen.



